Zeitreise der Norwichkroepfer

 

SV Norwichroepfer

 Herzlich Willkommen bei uns  

SV Norwichkroepfer

 

SV der Züchter des Norwichkröpfers von 1934

 

 

 

 

 

 

SPEEDCOUNTER.NET - Kostenloser Counter! 

      
75 Jahre Sonderverein der Züchter des Norwichkröpfers      
als pdf zum runterladen

                   Der Norwichkröpfer im Wandel der Zeit !                

Eine der anmutigsten Kropftauben die wir in unserem Standard beschreiben, ist wohl der Norwichkröpfer. Auffallend durch sein ausgeprägtes, kugelförmiges Blaswerk und sein Temperament, das er an den Tag legt, zieht er seine Liebhaber in den Bann. Die Züchter, die sich einmal für diese edle Kropftaubenrasse entschieden haben, kommen meist ein Leben lang nicht mehr von ihr los oder kehren nach einem kurzen „Seitensprung“ wieder zu ihr zurück. Der Norwichkröpfer ist nach Überlieferungen als älteste englische Kropftaube anzusehen und über Holland zu uns gekommen. Im Jahre 1934 wurde auf Anordnung der Rassegeflügelzüchterorganisation dem Club der Züchter des Amsterdamer Ballonkröpfers der Club der Züchter des Norwichkröpfers angeschlossen, damit begründet das der SV der Züchter des Norwichkröpfers zur damaligen Zeit zu wenig Mitglieder hatte. In den folgenden Jahren den Zeiten des 2. Weltkrieges blieb der Sonderverein aktiv und man beteiligte sich an den in Berlin und Leipzig durchgeführten Schauen. So wurden 1940 zur Taubenschau in Berlin 9 Norwichkröpfer präsentiert und 1942 in Berlin-Weißensee sogar 16 Norwichkröpfer ausgestellt. Beachtlich, das in dieser schweren  Zeit überhaupt noch jemand seine Tiere auf Ausstellungen präsentieren konnte. Nach Kriegsende war bedingt durch die Einwirkungen kaum noch Tiermaterial vorhanden und ein absoluter Neubeginn war unumgänglich. Hier waren es die Verdienste der Zuchtfreunde Peter Sauerbier der die Unterlagen des Sondervereins während des Zusammenbruchs in Sicherheit gebracht hatte sowie Erich Büsing der sich nach Kriegsende sofort daran machte wieder Tiermaterial zu besorgen und verbliebene Tiere zusammenzutragen. Auch versuchte er mit den bekannten Zuchtfreunden sofortige Verbindung aufzunehmen. Die verschiedenen Schicksale waren meist nicht erfreulich und die selbst auferlegte Aufgabe ganz sicher nicht leicht. So wurde 1946 der Vorstand des Sondervereins neu gewählt und an seiner Spitze standen die Zuchtfreunde Erich Büsing, Peter Sauerbier und Max Hohage. Der Name des Sondervereins lautete „ SV der Züchter Amsterdamer Ballon- und Norwichkröpfer von 1926, Sitz Leipzig“. Auf der Lipsia 1947 standen wieder Norwichkröpfer von Erich Büsing / Taucha. Nach der Teilung des Landes übernahmen die Zuchtfreunde Hohage, Schenk und Graf die Vereinsführung im Westen und nach wie vor Erich Büsing die Führung der SZG im Osten. Auch zeigte sich im Osten nach Ablauf von 2 bis 3 Jahren in der Hauptsache bei den Norwichkröpfern eine kleine aber laufende Weiterentwicklung in der Mitgliederzahl. So das die Mehrzahl im gemeinsamen Sonderverein sich der Zucht des Norwichkröpfers widmete. Auch im Westen Deutschlands ist dieser edle, anmutige Kröpfer erst nach dem 2. Weltkrieg in größere Erscheinung getreten und gelangte ab dieser Zeit zu größerer Beliebtheit. So trennten sich hier 1960 die Norwichkröpfer vom Amsterdamer Ballonkröpfer und wurden fortan als eigenständiger Sonderverein vom 1.Vorsitzenden Heinz Rahs / Duisburg geführt. Auf der Nationalen in Frankfurt/Main, im gleichen Jahr, fand eine Zusammenkunft der Züchter statt und der künftige Sonder- vereinsvorstand wurde gewählt. Im Laufe der folgenden Jahre fand dann eine Untergliederung in Gruppen statt. Es entstanden so die Gruppen Nord-West, Süd, Mitte. Nach der Grenzöffnung und dem Zusammenschluss wurden zur Jahreshauptversammlung am 08.Juni 1991 in Bad Zwesten 26 Zuchtfreunde der ehemaligen SZG einstimmig im SV der Züchter des Norwichkröpfers aufgenommen. Von nun an ging auch im Osten jede Rasse ihren eigenen Weg, da es in der BRD für beide Rassen einen eigenen SV gab. Im Vorfeld hatte man sich auf den Gruppennamen „Ost“ geeinigt. So liegt heute die Mitgliederzahl des Sondervereins bei ca. 100 Norwichfreunden.

 

Skulptur, schwarz-geherzt

Vorgeschichtlich schrieb J.H. Lammers, Niederlande (1958) über die Entstehung der Rasse:“ Die Wiege dieser Kröpfer hat auf niederländischem Boden gestanden; damals wurden sie „Aufläufer “ genannt. Diese so genannten Aufläufer wurden durch Handwerksleute, welche der Schreckensherrschaft des spanischen Landvogts Alva in den Jahren 1567-1572 entflohen waren, nach England gebracht. In England ließen diese Leute sich in der Grafschaft Norfolk in der Stadt Norwich nieder.“ Dort wurde nach seinen Auslegungen aus dem Aufläufer ein Flugkröpfer und später entstand daraus der Norwichkröpfer. Fest steht auf jeden Fall, die Holländer haben großen Anteil an der Erzüchtung und Verfeinerung der heutigen Norwich. In Holland wurde die Zucht auf den englischen Standard ausgerichtet und verfeinert. Der Norwich wurde als reine Formtaube gezüchtet und bewertet, die einen riesigen Ballon trug. Es wurde in dieser Zeit sogar ein Mindestmaß für den Kropfdurchmesser festgelegt, nämlich 15 cm! Dieser große, kugelrund geforderte Kropf brachte der Rasse in England den Beinnamen „ Der tanzende Luftballon“. Der Eindruck des Tanzes entstand wohl dadurch, dass der aufgeblasene Kropf beim aufgerichteten Laufen auf und ab schwingt, als würde er seinen Kropf vor sich her balancieren. Auch schrieb später der holländische Kropftaubenexperte Prof. Dr. van Manen über das Blaswerk: “Die Eleganz der geschmeidigen Kugel auf einem nicht zu schweren Körper der Norwichkröpfer, leicht in Balance gehalten wie von einem dressierten Seehund ein Luftballon in der Zirkusmanege, haben die deutschen Züchter noch nicht entdeckt.“ Eine Aussage die zu damaliger Zeit zutraf, denn die deutschen Zuchten waren denen der Holländer weit unterlegen. Gerade in punkto Standhöhe und Blaswerk hatten die deutschen Tiere große Defizite. Das bescheidene Blaswerk erinnerte eher an den heutigen Schlesischen Kröpfer und war weit entfernt von dem markant, abgesetzt geforderten Kugelblaswerk. Es waren einfach keine Tiere vorhanden, die sich durch dieses ballonhaft wirkende Blaswerk auszeichneten. Kein Wunder das die ersten importierten Tauben durch einen Riesenkropf beeindruckten, der damals keinesfalls unnatürlich wirkte sondern sich gut in das harmonisch geformte Bild dieser Kropftaube einfügte. Auch hierzulande wurden mehr Züchter auf die ausdauernd blasende Kropftaubenrasse aufmerksam und schnell stieg auch die Mitgliederzahl im SV. Den Norwichkröpferzüchtern ist es bis heute eigen ihre Tiere nicht auf sehr vielen Schauen zu zeigen. Zum einen liegt dies sicher daran, das wie man es von großen Kröpfern gewohnt ist, die Mauser sich bis ca. Anfang / Mitte November hinzieht und zum anderen daran das die wertvolleren Tiere geschont werden. Dies war auch schon damals so. Man sah Norwich in etwas größeren Kollektionen nur auf einigen Großschauen und Kreisschauen. Die erste selbständige Hauptsonderschau im Westen fand im Dezember 1967 in Langen/Hessen statt. Hier wurden von 35 Züchtern insgesamt 275 Norwichkröpfer präsentiert. Hinweisend erscheint hier die Tatsache das es nur ein „V“ vergeben wurde. Dies errang damals eine rote Alttäubin aus dem Schlag von Alfred Seidl, dem damaligen 1. Vorsitzenden des SV`s. Erwähnenswert erscheint auch die Jubiläumsschau anlässlich des 50-jährigen Bestehens der SZG welche 1977 in Colmnitz durchgeführt wurde. Zur Schau standen 199 Norwichkröpfer in allen anerkannten Farbenschlägen. Den damals von Günter Schneider gestifteten Ehrenpreis errang Kurt Langner auf Schwarzgeherzt. In dieser Zeit gehörten die Zuchtfreunde Oswald Bohn, Erich Büsing, Max Hohage, Ludwig Heigel, Heinrich Müller, Peter Sauerbier, Heinrich Schilling, Horst Sternberg,  Karl Wallisch, Emil Walke und Alfred Wilhelm zu den Züchtern die sehr viel für die Verbesserung des Typs und die Verbreitung der Rasse in Deutschland getan haben. Sollte ich jemand vergessen haben, bitte ich um Entschuldigung.

   Emil Walke - Gedächtnispreis
           Untermaxfeld 2004

Wie oben schon erwähnt waren in dieser Zeit die holländischen Züchter den Deutschen weit voraus. So hielt so mancher Norwich aus den damaligen holländischen Spitzenschlägen, meist für viel Geld, Einzug in die deutschen Schläge. Darauf aufbauend und mit viel züchterischem Geschick baute man auch hier erfolgreiche Zuchten auf, so dass in der heutigen Zeit so manches Spitzentier ins Ausland geht. Den hohen Zuchtstand den unsere Tauben heute zeigen kann man auf den Hauptsonderschauen bewundern. Diese werden jährlich im Wechsel von den Gruppen ausgerichtet. Dort präsentieren sich in jedem Jahr rund 400 Norwich oder wie im Jahr 2002 auf der 1.Europaschau der Norwichkröpfer in Verl/Kaunitz sogar bis zu 550 Tiere.

Dank der guten Zusammenarbeit im SV hat sich auch im Typ eine vorteilhafte Wandlung vollzogen. Der Norwich der früheren Jahre war doch ziemlich grob und auch die Blaswerke waren, wie schon erwähnt,  meist überdimensioniert. Gerade hier wurde viel getan! Hörte ein Züchter früher den Namen Norwichkröpfer so sprach er meist von einem starken Bläser deren Blaswerkgröße im Vordergrund stand. Auf altem Bildmaterial sieht man nicht ganz so hoch stehende, plumper wirkende Tauben. Typisch waren auch die runden Körper mit ihren breiten Flügelschildern. Auch die Blaswerkform lies Wünsche offen. Das Blaswerk war zwar nach vorne ausgebaut aber im Hinterhalsbereich (Nackenbogen) lies es keinerlei Rundung erkennen. Auch farblich waren einige Farbenschläge noch im argen, gerade die Schwarzen waren mehr blaugrau als schwarz. Das Beingefieder zeigte noch eine struppige, rauhe Beschaffenheit und auch der Beinverlauf war nicht so elegant wie heute gefordert. Noch bevor das Tierschutzthema auf den Tisch kam begann man im Sonderverein umzudenken und einen eleganteren, moderneren Vertreter zuformen. Eine Kropftaube die in ihrer Art die Blicke auf sich zieht und die Augen ihrer Züchter zum leuchten bringt. Einen übermittelhoch gestellten Kröpfer mit zur eleganten Figur passender allseitig gerundeter Kugel. Diese soll sich im optimalen Fall markant im 90 Gradwinkel von der Brust absetzen und bei ausreichender Halslänge einen gut gerundeten, ausgebauten Hinterhals erkennen lassen. Der Kropf soll das Tier in keinster Weise stören und muß locker und gut beherrscht getragen werden. Seitlich sollte der Flügelbug überdeckt werden, ist dies der Fall hat das Blaswerk auch seitlich genügend Breite. Denn eine Kugel ist bekanntlich nach allen Seiten rund! Aussagen über die manchmal vorhandene Kropffalte die ein Zeichen von Adel darstellen soll, sind meiner Meinung nach nicht angebracht. Es gibt genug adelige Tiere mit lockerem Blaswerk ohne die besagte Kropffalte. Aber Tiere mit oder ohne Kropffalte sind immer gleichwertig zu bewerten, solange die Falte befiedert ist! Auf ein gesundes Kropfgefieder ist zu achten. Aufliegend auf dem Kropf liegt der Kopf. Er wirkt verhältnis- mäßig klein und sollte gewölbt sein aber spielt bei der Bewertung eine untergeordnete Rolle. Die Augenfarbe wird orange bis gelb verlangt und ist genetisch bedingt bei Braunfarbigen heller zugelassen, was den Farbenschlägen auch gut bekommt. Zum Verhängnis wird manchem Tier eine grünliche Augenfarbe, diese ist verpöhnt und zieht ebenso wie ein gebrochenes Auge ein untere Note mit sich. Der Augenrand wird schmal und unauffällig verlangt. Der mittellange Schnabel ist der Gefiederfarbe angepasst. Getragen wird alles auf einem eleganten Körper mit dem nicht sichtbar heraustretenden Brustbein. Dieses muss eine bestimmte Länge haben, damit das Tier genügend Zug in der Vorderpartie zeigen kann. Den gerade ein zu kurzes Brustbein lässt die Taube plump wirken. Bedingt durch die aufgerichtete Haltung, die ein muss ist, fällt der Rücken steil ab und bildet mit dem Schwanz eine Linie. Der Rücken wird schlank und flach gewünscht. Er hat zwischen den Schultern die größte Breite und wird nach hinten gleichmäßig und zügig schmäler. Gerade hier im Rücken-Schulterbereich haben viele Tiere ihr Manko, sie wirken bedingt durch einen runden Rücken zu unelegant. Die Schultern verlaufen in die Flügel und lassen diese zu breit wirken. Es ist wichtig darauf zu achten, dass man Tiere in der Zucht einsetzt die einen flachen Rücken haben und eine kantige Schulterpartie. Dadurch wirken die Flügel gehobener getragen und was sehr wichtig ist, schmal und keilförmig! Der Beinansatz darf auf keinen Fall verdeckt werden. Die Flügel sind gut geschlossen, eng anliegend und decken den Rücken gut ab, die Schwingen nicht zu breit. Ein dezentes kreuzen der Schwingen ist gestattet. Im Rückenbereich sollten die Deckfedern aufliegen und die Abdeckung nicht hohl wirken lassen. Ebenso sollten die Handschwingen gut aufliegen.

   Holzwanduhr mit Kupferstich

Der Schwanz soll verhältnismäßig kurz sein, gut geschlossen und den Boden nicht berühren. Doch hier haben wir noch Probleme. Denn habe ich eine lange Vorderpartie wird auch die Hinterpartie etwas länger. Hier kommen die Läufe ins Spiel, sie sollen die Proportionen vermitteln, die wir nicht wie bei anderen Rassen in Zahlen gefasst haben. Sie sollen möglichst weit nach hinten unter dem Körper angesetzt sein und dafür sorgen das die Aufteilung stimmt. Als Richtwerte für die Beinlänge sind 10 cm für die Täuber und 8 cm für die Täubinnen festgelegt. Es ist darauf zu achten das die übermittellangen Beine nicht zu breit stehen und unter dem Körper, nicht seitlich am Körper, eingebaut sind. Sie kommen fliesend ohne jegliche Unebenheiten aus dem Körper. Die Fersengelenke sind nur leicht nach hinten eingeknickt, so dass eine fliesende Linie erhalten bleibt. Doch ist es wichtig das die Tiere niemals die Fersengelenke durchdrücken, das sogen. Stelzen. Die Schenkel sind gut sichtbar, glatt und straff befiedert. Gerade hier hat sich eine Basis gebildet die keine Ausreißer mehr zulässt. In der Feder sind unsere Tiere breit aber nicht lang. Das Gefieder liegt am Körper fest an. Gerade im Bindenbereich ist darauf vermehrt zu achten. Bei locker getragenem Blaswerk ist auch ein etwas lockeres Kropfgefieder im unteren Bereich des Kropfes gestattet.

           Bemalte Holztafel
         Untermaxfeld 2004

Die 15 zugelassenen Farbenschläge lassen genügend Spielraum für die Züchter. Dies sind die einfarbige Variante in Weiß und die Geherzten in Schwarz, Andalusierfarbig, Indigo m. Binden, Braun, Blau m. Binden, Rot, Gelb, Braunfahl, Khakifahl, Blaufahl, Rotfahl, Gelbfahl, Aschfahl und Strawberry zur Auswahl. Die Farben werden möglichst rein erwünscht. Die Zeichnung ist wie folgt beschrieben: Die Herzzeichnung besteht aus einem halbmondförmigen weißem Band über die Mitte des Kropfes das im Nacken nicht zusammen laufen sollte. Weiß sind auch der untere Teil der Brust, Bauch, Schenkel und mindestens 7 Handschwingen. Der Brustschnitt sollte möglichst in gerader Linie verlaufen. Auf den Flügeln möglichst in Bugnähe wird durch einige weiße Federn die Flügelrose gebildet. Das Abstriche in der Zeichnung gemacht werden können, bezeichnet schon der Zusatz im Standard: „Die Zeichnung von Herz und Rose ist selten korrekt!“ Dies sagt schon einiges aus. Denn mit dem Norwichkröpfer haben wir es mit einer Kropftaube zutun, die auch Kropftaube sein darf! Als erstes steht der Typ und seine Feinheiten im Vordergrund und dann folgt die Zeichnung! Dies ist gerade bei der Bewertung wichtig! Beginnen wir mit den Handschwingen bei denen die äußeren 7 Handschwingen weiß sein müssen, eine oder mehrere Wechselschwingen nach der 7. sind für die Bewertung ohne Bedeutung. Farbige Schwingen zwischen den ersten sieben weißen Handschwingen, sog. Wechselschwingen, führen zu unteren Noten. Zur Höchstnote genügt eine durch einige Federn angedeutete Herzzeichnung. Fehlt diese ganz ist max. eine Bewertung bis 95 Punkte möglich. Reißt das Herz zum Bauch hin durch bis max. 92 Punkte. Das gleiche gilt für ein Herz das im Nacken zusammen läuft. Fehlt die Flügelrosenzeichnung einseitig ist die maximale Punktzahl 96, fehlt sie beidseitig sind nur 95 Punkte möglich. Farbliche Einlagerungen hinter den Beinen werden toleriert, aber ein stark farbiger Schenkel wird gestraft. Hier haben es die harten Farbenschläge deutlich schwieriger, da es bei ihnen auffälliger ist. Die Schwanzkeilfarbe ist von untergeordneter Rolle. Gerade in punkto Zeichnung ist das Schaufertigmachen unerlässlich. Die wenigsten Norwichkröpfer kommen so perfekt aus dem Ei wie wir sie auf den Ausstellungen bewundern können. Mit der Schere darf die Zeichnung durch beschneiden der Federn maßvoll und nicht sichtbar korrigiert werden. Keinesfalls sollten die Federn so gezogen werden das eine Kahlstelle entsteht. Auch am Schenkelaustritt sollte vorsichtig geputzt werden, da manchmal gerade ein Federchen zuviel weggenommen den Übergang unschön aussehen lässt. Hier ist es manchmal ratsam einzelne farbige Federn lieber stehen zu lassen um den Schenkelfluß nicht zu stören. Auch mit der Schaugewöhnung sollte man sich Mühe geben, denn trotz ihres temperamentvollen und zutraulichen Wesens sollten die Tiere an die Transportkisten und die Ausstellungskäfige gewöhnt werden. Wie oft hat man den Ausspruch schon gehört: „Als es am Sonntag zu spät war, hat er geblasen.“ Kein Wunder wenn die Taube nach langer Fahrt in einer ungewohnten Transportkiste am Einsetztag in den Käfig gesetzt wird. Nach kurzer Zeit geht das Licht aus und am nächsten Morgen in dieser fremden Umgebung wieder an. Dann wirken manche Vertreter, vermehrt die Täuber, nervös und zeigen natürlich keine Blasfreude bzw. ihr temperamentvolles Wesen. Nach 1-2 Schautagen ist alles wieder im „grünen Bereich“ und die Tiere beginnen zu blasen. Um diesem Problem entgegen zu wirken, setze ich meine Tauben schon im Herbst für kurze Zeit in die Transportkisten und Ausstellungskäfige. Dies hat auch den Vorteil dass gerade Jungtauben hier genügend Zeit und Ruhe haben Wasser und Futter zu suchen und sich an die Näpfe gewöhnen. Auch eine kurze Autofahrt in den Transportkisten ist vorteilhaft für die Schauvorbereitung. In der Zucht und Haltung ist der Norwichkröpfer nicht aufwendiger als die meisten anderen großrahmigen Kropftaubenrassen und belohnt er seine Züchter mit seinem „Tanz“ in der Morgensonne lässt er ihre Herzen höher schlagen.
 

                 bedruckte Schiefertafel
         1.Europaschau 2002 in Kaunitz

Freuen wir uns auf das Jubiläum zum 75-jährigen Sondervereinsbestehen in 2009 mit dem Höhepunkt auf der Nationalen Bundessiegerschau in Dortmund zum Wettbewerb um den „Goldenen Siegerring“.

Für Informationen rund um den Norwichkröpfer steht Ihnen der 1.Vorsitzender des Sondervereins

Hans Tigges, Theresienweg 26, 33335 Gütersloh, Tel.: 05241-77191 gerne zur Verfügung.

 

Ronald Bube

Hauptzuchtwart
nach oben