Besondere Schauen


23. Bundesschau RÖK, Wels 2019

Am 23. und 24. November 2019 fand in Wels (Österreich) die 23. Bundesschau statt. An­ge­schlossen waren die Rassebezogenen Europaschauen der Norwichkröpfer, der King­tauben und der Römertauben sowie der Sulmtaler und ihrer Zwerge, der Altsteirer und ihrer Zwerge sowie der Zwergkaninchen.

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Es beteiligten sich 9 Zuchtfreunde aus Österreich, 6 aus Deutschland – der Ehrenvorsitzende Bernhard Recker, der 1. Vorsitzende Hans Tigges, der Schriftführer Jörg Marsch, der Presse­wart Mike Huhnstock, der Sonderrichter Wolfgang Müller sowie der 2. Vorsitzende Reinhard Klinger und schließlich aus der Slowakei Josef Siget und aus Tschechien Marek Fila; beide sind Mitglied im SV.


Jörg organisierte einen Sammeltransport. Nachdem alle Tiere in Bernsbach angekommen waren, konnten wir nach Wels starten. Jörgs Freundin und seine Tochter kamen auch mit, da sie ein paar Tage Urlaub in Österreich machen wollten. Kurz nach 20.00 Uhr kamen wir in Wels an. Die österreichischen Zfr. erwarteten uns schon. Nachdem wir die Tiere eingesetzt hatten, fuhren wir nach St. Leonhard, wo Hans Farthofer mit seiner Familie wohnt. Jörg und seine kleine Familie waren in einer Pension untergebracht und ich bei der Familie Farthofer.


Mike, Hans und Berni reisten am Freitag gegen Abend an. Hans und Berni waren mehr als 8 Stunden unterwegs. Alle drei übernachteten bei Familie Farthofer.


Insgesamt wurden 183 Norwichkröpfer in 11 der 15 anerkannten Farbenschläge gezeigt:


10,12 weiß, 3 Aussteller

  • 97 E-CH auf 0,1: M. Fila (CZ)
  • EM mit 379 Punkten:  M. Fila (CZ)
  • EM mit 379 Punkten: J. Mostögl (A)

 
21,23 schwarzgeherzt, 7 Aussteller, 2 Käfige leer

  • 97 E-CH auf 1,0: J. Marsch (D)
  • 97 E-CH auf 0,1: J. Markowitsch (A)
  • EM mit 381 Punkten: M. Fila (CZ)
  • 97 SE auf 0,1: M. Fila (CZ)


2,2 andalusierfarbig – geherzt, 1Aussteller

  • 96 Pokal auf 1,0: J. Siget (SK) 

 
20,16 blaugeherzt, 5 Aussteller

  • 97 E-CH auf 0,1: R. Klinger (D)
  • EM mit 386 Punkten: R. Klinger (D)
  • 97 SE auf 1,0: R. Klinger (D)


3,3 gelbgeherzt, 2 Aussteller

  • 96 Pokal auf 0,1: B. Recker (D)


13,8 rotgeherzt, 4 Aussteller

  • 97 E-CH auf 0,1: J. Farthofer (A)
  • EM mit 383 Punkten: J. Farthofer (A)
  • 96 Pokal auf 1,0: J. Farthofer (A)


5,5 braungeherzt, 1 Aussteller

  • 97 E-CH auf 0,1: J. Marsch (D)
  • EM mit 384 Punkten:  J. Marsch (D)


8,7 braunfahlgeherzt, 2 Aussteller

  • 97 E-CH auf 0,1: J. Mostögl (A)
  • EM mit 383 Punkten: J. Mostögl (A)


5,3 rotfahlgeherzt, 2 Aussteller, 1 Käfig leer

5,7 gelbfahlgeherzt, 2 Aussteller

  • 96 E-CH auf 0,1: P. Cener (A)
  • EM mit 381 Punkten: F. Steinbacher (A)


1,2 strawberrygeherzt, 2 Aussteller

0,2 AOC dunkelgeherzt, 2 Aussteller



Bewertet wurden die Tiere von den Preisrichtern D. Fabre, W. Müller und W. Siller.


Besonderer Dank geht an die Züchter, die ihre Tiere in Wels zeigten. Mein Glückwunsch geht an alle, die das Europachampionat gewannen sowie Europameister wurden.


Wir fanden eine perfekte Halle mit einreihigem Aufbau und sehr breiten Gängen vor. Der Ob­mann des österreichischen SV, Gustl Heftberger, hat großen Anteil am Gelingen dieser schö­nen Schau. 


Der SV der Züchter des Norwichkröpfers bedankt sich bei der Ausstellungsleitung für die per­fekte Durchführung dieser Schau. Besonderer Dank geht an einen Züchter, der viele Stunden investierte, um diese super Schau vorzubereiten – Johann Farthofer. Ich bin mir sehr sicher, ohne seine Bemühungen hätte es diese Schau niemals gegeben.


Die Familie Farthofer hat uns die ganzen Tage super aufgenommen und bewirtet. Wir möchten uns bei Hans und seiner Frau Maria besonders bedanken. Die Zeit in Österreich war niemals langweilig, wir hatten viel Spaß und lachten selten soviel. Alle sind am Sonntag wieder gut zuhause angekommen. Der Aufenthalt in Österreich war für alle eine Reise wert.


Vielleicht gibt es irgendwann die 3. Rassebezogene Europaschau der Norwichkröpfer in Deutschland. 


R. Klinger
Loburg, im Dezember 2019

Siegerring-Schau, Leipzig 2009

Der nachfolgende Bericht von Reiner Wolf, »Norwichkröpfer im Siegerring-Wettbewerb«, wurde der Geflügelzeitung 3/2010, S. 10-11, entnommen. Wir danken der Geflügelzeitung und ihrem Chefredakteur, Herrn Dr. Uwe Oehm, für die freundliche Erlaubnis zur Übernahme des Beitrages: 

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Norwichkröpfer im Siegerring-Wettbewerb


Das Jubiläum »75 Jahre Sonderverein der Züchter des Norwichkröpfers von 1934« und dazu der Wettbewerb um den Goldenen Siegerring sind Ereignisse, die jeder Züchter des Kröpfers aus Norwich mitfeiert und durch Ausstellungsbeteiligung mitgestalten möchte. Die Erfolge sind unterschiedlich ausgefallen, da es nur immer einen Sieger und zwei Nächstplatzierte bei solchen Wettbewerben geben kann.

Gemeinsam mit den Voorburger Schildkröpfern wurde in getrennten Abteilungen für die jeweilige Rasse der Goldene, Silberne und Bronzene Siegerring ausgelobt und auch von den betreffenden Sondervereinen organisiert.

Stilvoll war die Anordnung der Käfigreihen der Norwichkröpfer-Abteilung gestaltet und mittig ein Zentrum für Fachgespräche oder ein Plätzchen zum Verweilen vorgesehen. Aus dieser Position konnten die rassigen Tänzer beziehungsweise Tänzerinnen in den Käfigen der Innenreihen bewundert werden.

An der Wand machten – wie in der Heimat der Rasse üblich – in ihren prunkvollen Glockenkäfigen besondere Rasseexemplare aller Farbenschläge auf sich aufmerksam. Darüber hinaus zierten Gemälde die Wand mit Bauten der Heimatstadt dieser Kröpferrasse. Norwichkröpfer-Fahnen schmückten zusätzlich den Pavillon.

Den Wettbewerb eröffneten die Weißen (28) mit Unterschieden in der Halslänge und Differenzen in der Länge nach hinten. Auf feste Feder nicht nur beim Kropfgefieder, sondern auch im Schenkelbereich ist zu achten. Für unrunde und fehlende Lockerheit des Blaswerks mussten erhebliche Punktabzüge in Kauf genommen werden. Im Durchschnitt blieben die Punktzahlen gegenüber den Geherzten etwas gedrückt (hv: Fila 2x, Zg Heeg).

Umfangreich war die Konkurrenz in der Klasse der Schwarzgeherzten (52). Man sah feine Typen in der Spitze der Jungtierklassen mit elegantem Körper und perfekter Haltung sowie lockerer Blaswerksdemonstration. Tiere, die hier nicht mithalten konnten, verloren Punkte in unterschiedlicher Zahl entsprechend der festgestellten Abweichung. Dazu gehörten verschiedentlich auch abgesetzter Schenkelaustritt (v SB: Schinnerling, v LVE Marsch; hv: Reineke 3x, Schinnerling, ZG Heeg).

2 Andalusierfarbig-Geherzte und eine Indigo mit Binden, geherzt, trugen zur Vervollständigung der Farbenschläge bei.

10 Braungeherzte konnten in der Siegerfrage nicht mithalten, weil es Abstriche in den verschiedensten Rassemerkmalen gab. Schwingenkreuzen ist in Grenzen zu halten und auf Schenkelfluss zu achten. Wenn Halslänge fehlt, wird auch die Rundheit des Blaswerkes darunter leiden.

Einige Blaugeherzte (27) zeigten sich wiederholt in der Haltung nicht besonders typisch, so dass diese mit nicht genügend weit hinten angesetzten Läufen Probleme hatten. Dadurch erscheint teilweise die Hinterpartie länger als sie wirklich ist. Ansonsten gab es überwiegend mehr als 93 P., was ein Ausdruck von Standardnähe ist. Zumal auch dann, wenn die höheren Einschätzungen ab 95 P. erreicht werden (v BM: Klinger; hv: Lohel).

Bezüglich der Meldezahl konnten die Rotgeherzten (32) den zweiten Platz belegen, was allerdings in Bezug auf die Qualität nicht gelang, denn in etwa jedes dritte Tier erreichte die 93 P.-Grenze nicht. Lockeres Blaswerk war nicht allen Tieren eigen und einzelne Hälse konnten auch noch etwas Länge vertragen. Harmonischer Schenkelfluss im Austritt und nicht zu grober Körper sind anzustreben (hv: Winkel).

Ähnliche Tendenzen bei den 15 Gelbgeherzten, die als Verdünntfarbenschlag von den Rotgeherzten sicherlich nicht nur die vorteilhaften Anlagen mitgegeben bekommen haben. Folglich war die Schranke nach oben bei 94 P. geschlossen.

In der weiteren Gegenüberstellung zeigten sich schon fast erwartet die besseren der Braunfahl-Geherzten in einer anderen Kategorie, da Eleganz, Halslänge und Blaswerkabsatz an der Brust sowie Augen-Zehen-Linie in Paradestellung sehr gut rübergebracht wurden (v SB, v E: Bube; hv: Klinger).

Es folgten 8 Khakifahl-Geherzte, bei denen auch genügend Zug durch Brustbeinlänge erkennbar war. Verschiedentlich konnte das Blaswerksgefieder etwas geschlossener sein, wenn auch im unteren Bereich in der Regel etwas Lockerheit gestattet ist.

Eine ordentliche Durchschnittsqualität vermittelten den Betrachtern die Rotfahl-Geherzten, unter denen elegante Typen zu sehen waren, wobei einige nach hinten in der Feder nicht länger sein sollten. Die Tiere mit weniger Punkten verloren diese bei nicht deutlich ausgeprägtem Nackenbogen oder auch mangelnder Standfreiheit mit notwendigem Fluss im Schenkelaustritt. Auf fest geschlossenes Gefieder an den Innenschenkeln ist züchterischer Wert zu legen (v SB, 2x hv: Rosita Klinger).

Immerhin 25 junge Gelbfahl-Geherzte standen im Wettbewerb, wobei Kugele mit einer Täubin v SE errang. Auf ausreichen seitliche Ausformung des Blaswerkes mit Flügelbugdeckung ist züchterischer Wert zu legen. Die höher Ausgezeichneten hatten genügend Abstand zwischen Schenkelaustritt und Brust-Blaswerk-Absatz.

Den Abschluss der Norwichkröpfer-Kollektion bildete eine Alttäubin in Dunkelgehämmert-Geherzt in der AOC-Klasse.

Abschließend kann aus Sicht des Bundeszuchtausschuss bestätigt werden, dass die Standardfestlegung zur kurzen und befiederten oberen Kropfspalte ohne Bedenken gegeben war.

Nach Auswertung des Siegerring-Wettbewerbes herzliche Gratulation an die Siegerin Rosita Klinger (Gold), Leo Reineke (Silber) und Reinhard Klinger (Bronze).

Reiner Wolf
(Geflügelzeitung 3/2010, S. 10 f.)